Was sind eigentlich Kohlenhydrate und wozu brauchen wir diese? Sind sie zu unrecht in Verruf geraten oder doch aus gutem Grund? Man spricht immer mehr darüber, Low Carb ist in aller Munde, aber warum? Diesen und weiteren Fragen gehe ich nun mal auf den Grund.

Was sind eigentlich Kohlenhydrate?





Kohlenhydrate sind unsere täglichen Energielieferanten und machen den Wesentlichen Teil unserer Nahrung aus. Sie stecken in sehr vielen Lebensmitteln selbst in Gemüse. Kohlenhydrate sind quasi unser Treibstoff, sie sorgen dafür, dass wir körperlich und geistig leistungsfähig sind. Vereinfacht ausgedrückt sprechen wir, wenn wir von Kohlenhydraten reden, von Zucker, nicht immer in seiner reinen Form sondern auch von Vorstufen die letztlich in unserem Körper zu Glukose aufgespalten werden.

Wir können nun also bereits festhalten, dass Kohlenhydrate nicht gleich Kohlenhydrate sind. Raffinierter Zucker ist eine andere Art Kohlehydrate als etwa Vollkorn oder auch Fruchtzucker. Dem gehen wir nun mal genauer nach.

Welche Arten von Kohlenhydraten gibt es?

Kohlenhydrate oder auch Saccharide werden in insgesamt vier Arten unterschieden:

  • Monosaccaride
  • Disaccharide
  • Oligosaccaride
  • Polysaccaride

Monosaccharide

Die Wichtigsten Monosaccharide oder auch Einfachzucker sind Glucose (Traubenzucker), Fructose (Fruchtzucker) und Galactose (Schleimzucker und Bestandteil von Milchzucker). Den kristallinen weissen Zucker und dessen Abwandlungen sind kein Monosaccharid wie man vermuten könnte, er ist ein Disaccharid.

Monosaccaride sind quasi die Reinform die unser Körper auch am leichtesten verarbeiten kann. Sie gehen am schnellsten in unser Blut über. Das ist aber leider selten gut. Warum das so ist, darauf gehe ich weiter unten noch genauer ein.

Disaccharide

Zu den Disacchariden oder auch Zweifachzucker zählen etwa die Lactose (Milchzucker), Maltose (Malzzucker) und Saccharose (Rohrzucker, eben auch Kristallzucker).

Auch Disaccharide haben einen ehr weniger günstigen Einfluss auf unseren Blutzucker.

Oligosaccharide

Von Oligosacchariden ist ehr selten die Rede wenn es um Kohlenhydrate geht. Sie ähneln sehr den Polysacchariden und die Abgrenzung dazu ist auch eher fließend. Es sind so gesehen Verbindungen aus mehreren Einfachzucker, ähnlich der Polysaccharide.

Die typischen Eigenschaften und Charakteristika ist ein süßer Geschmack und die Wasserlöslichkeit. Wenn von Zucker gesprochen wird, ist im engeren Sinne auch von den drei erstgenannten Sacchariden die Rede.

Polysaccharide

Zu den Polysacchariden oder auch Mehrfachzucker genannt, zählt z. B. Cellulose. Sie sind beispielsweise in vielen Getreiden und in Kartoffeln enthalten.

Polysaccharide stellen für unseren Blutzuckerspiegel die günstigste Form der Kohlenhydrate dar. Aber dazu nun mehr.

Kohlenhydrate und unser Blutzucker

Wir haben nun die einzelnen Saccharide kennengelernt, von Monosaccariden (kurzkettig) bis Polysaccharide (langkettig) wissen wir nun etwas mit den verschiedenen Zucker anzufangen. Da Zucker ja nicht gleich Zucker ist, wirkt er auch unterschiedlich auf unseren Körper, insbesondere den Blutzuckerspiegel.




Je kurzkettiger der Zucker ist desto schneller und intensiver wirkt er sich auf unseren Blutzucker aus. wir sollten aber ehr darauf achten, unseren Blutzucker langsam und weniger hoch ansteigen zu lassen und somit die Insulin-Produktion niedrig zu halten.

Ein schlagartiger und zu hoher Anstieg des Blutzuckers hat auch einen schlagartigen und tiefen Abfall zur Folge. Dadurch entsteht Heißhunger, wir essen also wieder, meist süßes, und erhalten die gleiche Reaktion. Unsere Bauchspeicheldrüse muss nun Insulin produzieren, um den Blutzucker zu senken und um den Zellen die benötigte Energie bereit zu stellen.

Die Kapazität der Zellen ist allerdings begrenzt, und der Zwischenspeicher in der Leber ebenfalls. Überschüssiger Zucker wird nun umgebaut eingelagert, in unsere Fettzellen. Wir werden also dick. Darüber hinaus produziert die Bauspeicheldrüse in solchen Extremsituationen häufig mehr Insulin als benötigt. Nicht selten ist die Folge eine Insulin-Resistenz, quasi die Vorstufe zur Diabetes Typ 2, für die wir in der Regel selbst verantwortlich sind. Wir haben uns diese Krankheit dann regelrecht angefressen.

Was sagt uns das also? Wir sollten auf unseren Zuckerkonsum achten und eher langkettige Kohlenhydrate essen, sie sorgen für einen ausgeglichenen Anstieg und Abfall des Blutzuckers und haben dementsprechend einen guten Ruf.

Fazit:

Kohlenhydrate sind also nur zum Teil zu recht in Verruf geraten. Die Ernährung nach den Grundregeln gesunder Ernährung etwas beherzigt und weniger zu Fertiggerichten, aber auch Konserven (die enthalten alle Zucker) greifen und statt dessen frisch kochen. Es dauert unwesentlich länger, ist aber 1000 mal gesünder. Ich persönlich investiere lieber fünf Minuten mehr als mein Leben lang ein Wehwehchen nach dem anderen zu haben und Dauergast bei nem Weißkittel zu sein.

Tipp: Eine gute alternative zu Konserven sind oft Tiefkühlprodukte, da sie in aller Regel erntefrisch Tiefgefroren wurden und somit meist frischer als jedes Gemüse aus dem Supermarkt sind. Geschmacklich gibt es gegenüber dem Gemüse von der Gemüsetheke oder dem Wochenmarkt natürlich gelegentlich Nachteile, die aber im Gegensatz zu dem Dosenkram zu vernachlässigen sind.

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